Sport, Stille und Gesundheit auf der Halbinsel im Gross Glienicker See

Fauna

Amphibien

Das Gebiet der Halbinsel hat eine besondere Bedeutung als Amphibienlebensraum. Als Ergebnis langjähriger Beobachtungen (1995-2007 siehe Gutachten Januar 2006 und Gutachten Nov. 06 und die Grafik Wanderung in der rechten Bilderspalte) konnten sieben Amphibien nachgewiesen werden.

gefährdete Arten

Die Artenzahl ist für Berliner Verhältnisse hoch. Das Artenspektrum ist für ein Gebiet der vorhandenen Artenausstattung vollständig. Von besonderer Bedeutung ist jedoch das Vorkommen von Kammmolch und Moorfrosch. Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Erdkröte (Bufo bufo) erwartungsgemäß die häufigste hier lebende Art ist - wie auch in allen Gärten in der Umgebung und in Kladow. Die zweithäufigste Art ist der Grasfrosch (Rana temporaria). Auch diese Art ist recht häufig in der ganzen Umgebung vorzufinden. Vereinzelt befanden sich Jungtiere vom Teichfrosch (Rana kl. esculenta) in den Fanganlagen. Vom Seefrosch (Rana ridibunda) ließen sich nur Rufe feststellen, da diese Art sich fast ausschließlich in Gewässern aufhalten.

Zwischen- und Niedermoore sowie feuchte und nasse Grünländereien, Au- und Bruchwälder stellen die bevorzugten Lebensräume des Moorfrosches (Rana arvalis) dar. Eine zentrale Anforderung, die der Moorfrosch, um existieren zu können, an seine Umgebung stellt, betrifft einen hohen und gleich bleibenden Grund- und Stauwasserstand.
Der Lebensraum eines Kammmolches (Triturus cristatus) ist vor allem in verkrauteten Teichen, Weihern und Tümpeln der offenen Landschaft sowie lichten Wäldern zu finden - in Gewässern mit Fischbestand haben Kammmolche keine Überlebenschance. Diese knappe Lebensraumschilderung deutet auch schon auf eine mögliche Gefährdung der Art durch das Austrocknen der Gewässer in der Mitte der Halbinsel hin, da es ohne die oben beschriebenen Gewässer keinen Nachwuchs gibt!

Die beiden "wertvollsten Tiere" auf der Halbinsel haben daher bewiesenermaßen ihren Lebensraum im zentralen Bereich der Halbinsel, der durch den in den letzten 10 Jahren gesunkenen Wasserspiegel des Groß-Glienicker Sees und die Einleitungvon sandführendem Regenwasser droht, zu verlanden. Dies schließt nicht aus, dass einzelne Exemplare ausserhalb der Bruch- und Auenwälder anzufinden sind.

Daraus wiederum lässt sich schließen, dass die geplante Nutzung des Geländes des ehemaligen Strandbades keine Bedrohung für den Kammmolch und Moorfrosch darstellt!

Die zweite ernst zu nehmende Bedrohung resultiert aus den jahrelang fehlenden Pflegemaßnahmen der Bereiche der temporären Gewässer. Sie sind mittlerweile stark bewachsen und bieten somit einen idealen Lebensraum für Wildschweine. Im Sommer 2006 wurde ein Bestand von bis zu 30 Wildschweinen beobachtet. Im Sommer 2007 sind es nicht weniger. Diese zerstören durch Nahrungssuche im Unterholz nicht nur die Lebensräume der Amphibien, sondern auch deren Laich.

Vögel

Die angrenzenden Erlenbrüche zählen gemäß Umweltatlas zu den Vogellebensräumen, die in Berlin relativ häufig sind und eine durchschnittliche Zahl an rückläufigen oder seltenen Arten beheimaten. Der Groß Glienicker See stellt als großer Flachsee einen Vogellebensraum dar, der in Berlin relativ selten ist und rückläufigen oder seltenen Arten potentiell geeignete Bruthabitate bietet. Von besonderer Bedeutung als Bruthabitat sind die vorhandenen Röhrichtbestände.

Die vorgesehene Planung stellt keine Bedrohung oder Zerstörung von Vogellebensräumen dar.

AmphinienwanderungAmphinienwanderung, Grafik

GrasfroschGrasfrosch

ErdkröteErdkröte

TeichfroschTeichfrosch

MoorfroschMoorfrosch

MoorfroschMoorfrosch