Sport, Stille und Gesundheit auf der Halbinsel im Gross Glienicker See

Flora

Die Freiflächen des ehemaligen Strandbades werden derzeit nicht mehr genutzt. Für das Strandbadgelände wurde im Sommer 2005 vom Büro Dr. Szamatolski und Partner GbR eine Biotopkartierung und -bewertung erstellt. Der überwiegende Teil des Strandbadgeländes wird danach von artenarmen Zierrasen eingenommen. Es kommen die typischen Rasenarten vor. Die Flächen dienten als Liegewiesen und Parkplatz.

In einem Teilbereich ist festgestellt worden, dass auf dem Zierrasen des Strandbadgeländes sehr vereinzelt Trockenrasenarten wie Sandstrohblume, Habichtskraut und Gemeines Ferkelkraut vorkommen. Dies ist zurückzuführen auf die Aufschüttung des Geländes mit nährstoffarmen Substraten. Es handelt sich somit um einen Sekundärstandort.

In den Randbereichen der Rasenflächen finden sich standorttypische Gehölzsäume mit Weiden und Erlen, in deren Unterbewuchs sich Girsch angesiedelt hat. Die Girschgesellschaften sind den ruderalen Staudenfluren beizustellen. Im Uferrandbereich befinden sich mit Erlen und vereinzelten Weidengehölzen noch standorttypische uferbegleitende Gehölzsäume. Diese linienförmigen Gehölzstrukturen sind als besonders wertvolle Biotope nach §26 a des NatSchGBln geschützt. Dem Ufer vorgelagert sind Stege, um die herum sich Wasserschwadenröhricht angesiedelt hat.

Die Röhrichtbestände haben sich nach einer Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde seit Einstellung der öffentlichen Badenutzung gut erholt. Die Röhrichte an der Südseite der Halbinsel weisen inzwischen eine sehr große Tiefe auf und sind aufgrund ihrer Ausdehnung von hoher ökologischer Bedeutung. Aufgrund der schwachen Nutzung der Gewässerufer ist zu erwarten, dass sich der Röhrichtbestand weiter ausdehnen wird.

Für die gesamte Halbinsel und die angrenzenden Uferbereiche liegt seit 2005 eine im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erstellte Kartierung besonders geschützter Biotope vor. Das Plangebiet und dessen Umgebung wird danach durch die folgenden Biotoptypen geprägt: Tabelle als pdf.
Zusammenfassend sind die im Bereich des Strandbadgeländes vorkommenden Biotopstrukturen überwiegend von eingeschränktem Wert. Lediglich die standorttypischen gewässerbegleitenden Gehölzsäume werden als wertvoll eingestuft, befinden sich aber vollständig außerhalb des überplanten Strandbadgeländes.

Der Waldbestand auf den restlichen Grundstücken der Halbinsel und das darin vorhandene Kleingewässer zählen zu den besonders wertvollen Flächen für Flora und Fauna. Sowohl der Waldbestand als auch der Groß Glienicker See zählen zu den grundwasserabhängigen Ökosystemen.

Das zentrale Problem in dem schützenswerten Bereich der Halbinsel (im mittleren Bereich Schilfröhricht, eutropher bis polytropher Moore und Sümpfe sowie Seggenrid mit überwiegend rasig wachsenden Großseggen) ist der sinkende Wasserspiegel des Groß Glienicker Sees. Dadurch trocknen ablesbar auch die temporären Gewässer aus. Bisher konnte ein starker Erlenwuchs nachgewiesen werden (Siehe Bild 1, 2, 3) - Das Gebiet wächst aber langsam zu und verliert somit seinen bisherigen Status. Auch konnte schon der eine oder andere Haselnussstrauch nachgewiesen werden (Siehe Bild 4) - Ein Haselnussstrauch wächst nur auf trockenen Böden. Für die Fachleute ist dies eine ernst zu nehmende Bedrohung des Charakters des Landschaftsschutzgebietes!

Welche Maßnahmen gegen diese Entwicklung getroffen werden können, ist Bestandteil aufwändiger Untersuchungen. Unter Anderem wird integriert, welche Folgen eventuell Wiedervernässungen im Zusammenhang mit dem Wasserstand und der Qualität des Groß Glienicker Sees zu erwarten sind.

Luftbild Sommer 1996, Diashow

Luftbild Sommer 2002, Diashow

Luftbild Frühjahr 2007, Diashow

Luftbild Winter 2007

Haselnussstrauch

Vegetation auf Parkplatz

Schilfgürtel