Sport, Stille und Gesundheit auf der Halbinsel im Gross Glienicker See

Pflegemaßnahmen

Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich nachteiliger Auswirkungen

Beeinträchtigungen der Umwelt (Eingriffe in Natur und Landschaft) sind gemäß §1a BauGB in Verbindung mit §21 Abs. 1 BNatSchG zu vermeiden oder auszugleichen. Nach §14 Abs. 4 NatSchG Bln hat ein Verursacher vermeidbare Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu unterlassen. Zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich nachteiliger Umweltauswirkungen, insbesondere zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der Lebensräume geschützter Amphibienarten und des Landschaftsbildes sowie zur Verringerung der Eingriffe in das Schutzgut Boden werden in Bebauungsplänen entsprechende Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen sowie erforderliche Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt.

Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen – Zur Minimierung der mit den Planungen verbundenen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft werden in unserem Fall die folgenden Maßnahmen durch Festsetzung im vorhabenbezogenen Bebauungsplan oder im Durchführungsvertrag geregelt:

Maßnahmen zur Minderung von Beeinträchtigungen des Bodens:

  • Beschränkung der geplanten Einrichtungen auf den auch bislang durch bauliche Anlagen geprägten Bereich des Grundstücks
  • Beschränkung der Versiegelung durch bauliche Anlagen auf ein gebietsverträgliches Maß
  • Beschränkung des Fahrweges auf die bislang vorhandene Fahrbahnbreite

Für einen Teil des geplanten Vorhaben wird im Zuge der Ausführungsplanung die Möglichkeit einer Aufständerung geprüft. Auch diese Vorgehensweise führt zu einer Minimierung der Neuversiegelung. Maßnahmen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen des Groß-Glienicker Sees und des Grundwassers

  • Versickerungsfähiger Aufbau von Erschließungsflächen
  • flächenhafte Versickerung des auf dem Grundstück anfallenden Niederschlagwassers
  • Anschluss des Vorhabens an die zentrale Abwasserentsorgung
  • Anschluss des Vorhabens an die zentrale Trinkwasserversorgung
  • Einschränkung der Badenutzung

Maßnahmen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der lokalen Klimaverhältnisse

  • Beschränkung der Versiegelung durch bauliche Nutzungen auf ein gebietsverträgliches Maß
  • Weitestgehender Erhalt der klimawirksamen Altbäume
  • Beschattung der ebenerdigen Stellplätze durch Bäume
  • Verwendung emissionsarmer Heizsysteme

Maßnahmen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen von Biotopen und Arten

  • Beschränkung der Planungen auf dem seit 70 Jahren durch bauliche Anlagen geprägten und ökologisch weniger wertvollen nördlichen Bereich des Grundstücks des ehemaligen Strandbades
  • Vermeidung von Konstruktionen mit Durchsicht (z. B. Glaspavillon)
  • Beschränkung des Fahrzeugverkehrs im Bereich der Halbinsel auf die Nutzer von maximal 5 Stellplätzen (Betreiber, 4 Behindertenstellplätze) und den Lieferverkehr, Ausschluss einer Befahrung mit größeren Lkw
  • Verzicht auf die Inanspruchnahme von Flächen mit Biotopschutzstatus
  • Abgrenzung geschützter Biotope (Ufergehölze, Erlenbruch) gegen die für sportliche Aktivitäten genutzten Freiflächen des Anwendungszentrums
  • Naturnahe Gestaltung der Außenanlagen mit Beschränkung der befestigten Flächen
  • Verwendung sockelloser, weitmaschiger Einfriedungen
  • Gewährleistung einer störungsfreien Durchquerbarkeit für Amphibien, Vermeidung von baulichen Anlagen mit Fallenwirkung (z.B. Lichtschächte, Kellertreppen)
  • Verwendung insektenfreundlicher Leuchtmittel für die Außenraumbeleuchtung, zur Vermeidung von Beeinträchtigungen insbesondere von Insekten und Schmetterlingen, aber auch von Vögeln und Fledermäusen durch Lichtimmissionen

Maßnahmen zum Schutz der dem Gelände vorgelagerten Röhrichtflächen

  • Wasserseitige Balkensperren sind unter Berücksichtigung der nur eingeschränkten Badenutzung nach Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde aus naturschutzfachlicher Sicht nicht erforderlich. Vor Beginn der Maßnahmen sind die vorhandenen Gebäude und die zur Rodung vorgesehene Bäume durch eine fachkundige Person auf das Vorkommen von Lebensstätten geschützter Arten (Fledermausarten, Brutvogelarten) zu untersuchen. Gegebenenfalls ist ein Befreiungsantrag nach §62 BNatSchG und eine Schaffung von Ersatzlebensstätten erforderlich.
  • Die Durchführung von Maßnahmen zur Vegetationsbeseitigung ist zur Vermeidung einer Beeinträchtigung des Aufzuchtgeschehens freibrütender Vögel grundsätzlich nur während des Zeitraums von September bis Ende Februar zulässig. Für einzelne Bäume ist ein besonderer Schutz während der Realisierungsphase erforderlich. Hierbei handelt es sich insbesondere um Bäume, in deren Kronentraufe der Abriss oder die Neuerrichtung von Gebäuden geplant ist.

Maßnahmen zum Amphibienschutz
Es sind eine Reihe von Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen aufgenommen worden. (Kühnel 2006, Kühnel & Biehler):

  • Sicherung eines naturnahen Uferschutzstreifens, der von Nutzung frei bleibt und in dem sich Verlandungs- und Röhrichtvegetation ungestört entwickeln kann
  • Sicherung des Fahlweiden-Auenwaldes
  • Bebauung nur im nördlichen Teil, dadurch entstehen keine Barrieren im Südteil und die Vernetzung zwischen dem Inneren der Halbinsel und dem Seeufer bleibt über den Fahlweiden-Auenwaldbereich und den naturnahen Uferstreifen erhalten.

Weiterhin werden als Vermeidungs- bzw. Minderungsmaßnahmen vorgeschlagen:

  • Die Zufahrt zum Anwendungszentrum mit Kraftfahrzeugen wird eingeschränkt. Aus diesem Grund ist eine sichere Abzäunung der Halbinsel entlang der Uferpromenade mit verschließbarem Eingangstor an der Zufahrt bzw. im Anschluss an die geplante Stellplatzanlage notwendig.
  • Parkmöglichkeiten können am Eingangbereich an der Uferpromenade, wie im B-Planentwurf vorgesehen, errichtet werden. An den Gebäuden direkt dürfen nur vorgeschriebene Behindertenparkplätze angelegt werden.
  • Das Innere der Halbinsel soll vom Anwendungszentrum durch einen Zaun getrennt werden. Alle Zäune (auch der an der Uferpromenade) dürfen keine gemauerten Sockel haben, um die Amphibienwanderungen nicht zu behindern.
  • Während der Maßnahmen soll der Bestand mit einem für Amphibien dichten Zaun umgeben werden, um zu verhindern, dass Tiere in die Baugruben fallen.
  • Gestaltung der Freiflächen soweit wie möglich als Stauden- oder Wiesenflächen, keine Anlage von intensiv gepflegten Zierrasen
  • Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der Lebensräume sollten die Freiflächen im Strandbad amphibienfreundlich, d.h. strukturreich, gestaltet werden.

Ausgleichsmaßnahmen

In Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde wurde eine Prioritätenliste geeigneter Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Der Umfang der erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen wird anhand des im Zuge der Eingriffsregelung ermittelten Kostenäquivalentes festgelegt.

Auf dem Grundstück sollen die folgenden Maßnahmen als Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden:

  • Renaturierung der Uferbereiche mit Rückbau vorhandener Uferbefestigungen (im südlichen und nördlichen Bereich)
  • Rückbau vorhandener Zäune und Beseitigung standortfremder Gehölze
  • Schaffung natürlicher Land-Wasser-Übergänge im südlichen Bereich zur Förderung der Amphibienwandermöglichkeiten

Zur Sicherstellung des Lebensraumes der Amphibien sollte im Röhrichtbereich im Inneren der Halbinsel offene Wasserstellen, die als Laichgewässer für die vorkommenden Amphibienarten geeignet sind, gesichert bzw. wiederhergestellt werden. Dadurch kann besonders für die streng geschützten Arten Kammmolch und Moorfrosch die Laichplatzsituation deutlich verbessert werdent. Für solche Wasserstellen sind Größen von mindestens 100 m², besser 200 m² anzusetzen.
In einem ersten Schritt sollen Schutteinträge und weitere Störungen im Bereich der Halbinsel beseitigt werden. In einem noch abzugrenzendem Bereich sollen zur Förderung der Röhrichtentwicklung neben dem Erlenjungwuchs auch größere Bäume herausgenommen werden.

Die langfristige Pflege- und Entwicklungsplanung sieht eine regelmäßige Beseitigung des Erlenjungwuchses in dem noch abzugrenzenden Bereich in einem Abstand von 5 Jahren vor.
Der Wildschweinbestand soll durch Bejagung und Landschaftspflegemaßnahmen, die die derzeit für Wildschweine idealen Lebensbedingungen deutlich einschränken, drastisch reduziert werden.
Die Möglichkeiten der durchzuführenden wasserbaulichen Maßnahmen werden in einem eigenständigen Fachgutachten durch einen Wasserbau-Ingenieur überprüft und mit der Wasserbehörde abgestimmt.

Broschüre: Sanierung und Entwicklung der Halbinsel im Groß-Glienicker See, 10 MB

Haselnußstrauch im trockenen Moor

Gesunkener Wasserstand

Situation am Ufer

Situation am Ufer

Situation am Ufer

Situation am Ufer

Situation am Ufer

Situation am Ufer

Situation am Ufer